Will man seinen Ausdruck nach dem Drucken Lochen, zusammenheften, in einem Ordner aufbewahren oder einfach nur zusammenklammern, so darf dabei der bedruckte Bereich nicht in Mitleidenschaft gezogen werden. Im folgenden ist beschrieben wie man auf der Längs- oder Querseite einen Freiraum zum Zusammenheften übrig läßt. Da der Freiraum sets auf der Innenseite liegen muß, wechselt dieser bei beidseitigem Bedrucken mit geraden und ungeraden Seitenzahlen ab. Es ist sogar möglich für gerade und ungerade Seiten einen unterschiedlich großen Freiraum übrig zu lassen.
Am einfachsten hat man es wenn man gleich unter Openoffice einen Bundsteg einstellt. Im Hochformat einfach unter Format->Seiteneinstellungen, Layouteinstellungen, Seitenlayout gespiegelt auswählen und den Innenrand vergrößern. Für das Querformat läßt der gespiegelte Seitenrand allerdings nur ein Heften auf der kürzeren Querseite zu. Will man im Querformat drucken und trotzdem auf der Längsseite heften wie bei der aufrechten Seiteneinstellung so gibt es einen kleinen Trick.
Man gehe auf Formatvorlage (erster Knopf ganz Links unter der MenüLeiste), auf Seitenformat (vierter Knopf von Links im Formatvorlagenmenü, das rechts neben dem Dokument erscheint.). Hier ist normalerweise Standard markiert. Man klicke jetzt für die erste Seite doppelt auf Linke Seite, dann mit rechter Maustaste auf Linke Seite und wähle ändern. Unter Verwalten als Folgevorlage rechte Seite auswählen. Danach gleichermaßen nach dem Rechtsklick als Folgevorlage für rechte Seiten Linke Seite auswählen. Jetzt können die Seitenränder für Linke und Rechte Seite individuell und unterschiedlich eingestellt werden. Statt Linke und Rechte Seite zu verwenden, wäre es für das Drucken im Querformat treffender durch einen Rechtsklick auf das Standard-Seitenformat und Anwahl von Neu... sich vorher ein Seitenformat Untere Seite und Obere Seite zu erzeugen.
Hat man sich ein eigenes Seitenlayout für das Drucken im Querformat hergestellt, ist es nützlich dieses unter Datei -> Dokumentvorlage -> Speichern für die weitere Verwendung zu sichern, wobei man allerdings von einem leeren Dokument ausgehen sollte.
Schwieriger wird es wenn man wie so oft nur ein Postscript-Dokument bekommt, für dieses aber einen Bundsteg zum Zusammenheften benötigt. Einfach nur unter Druckereigenschaften für gerade und ungerade Seiten unterschiedliche Seitenränder einzustellen führt nicht zum Ziel, da das Ergebnis im Test stark von den tatsächlichen Einstellungen abgewichen ist und zudem ein Skalieren oder besser gesagt ein Zusammenstauchen des bisherigen Inhalts nötig wäre um für den Bundsteg Platz zu machen. Ansonsten schneidet das Drucken nämlich einfach wertvollen Seiteninhalt ab.
Das Tool der Wahl zum Anpassen von Seitenrändern unter Linux ist pdfcrop. Dieses haltet was es verspricht. Es skaliert den ursprünglichen Seiteninhalt genau auf den nach Abzug der Ränder verbleibenden Seiteninhalt. Mit --margins "0 0 0 0" füllt das Bild den gesamten Seiteninhalt aus, egal wie groß die Ränder vorher waren. PdfCrop eignet sich somit nicht nur zur Einstellung der Seitenränder sondern auch zum Vergrößern und Verkleinern von pdfs.
Anstatt Ihnen nun das Herumspielen mit pdfcrop selbst zu überlassen, gibt es hier ein fix- und fertiges Bash-Script zum Erzeugen von Bundstegen, das auf diesem Tool basiert. Es trennt in ungerade und gerade Seiten auf, setzt passende Ränder und führt die Dokumente dann wieder zusammen, sodaß man auch von Duplex-Druckern profitieren kann. Herunterzuladen gleich untenan; mit Beispiel-pdfs und den Kommandozeilen zur Herstellung dieser Dateien. Vorher nicht vergessen die Pakete texlive, texlive-context und pdftk vom Distributor zu installieren.